Tag 1 – Entführung durch Trenitalia

Fassungslos starrt die Hälfte der Erasmus- Gruppe auf die sich schließenden Zugtüren, während draußen die andere Hälfte erfolglos und verzweifelt versucht, die Zugtür wieder aufzureißen, doch vergeblich – Der Zug setzt sich in Bewegung und rollt mit fünf Schülern und Frau Kubeth Richtung Süden davon. Zurück bleibt der Rest der Gruppe am Bahnhof von Fabriano. Scharfsinnig bemerkt das italienische Empfangskomitee, dass wir tatsächlich nicht vollzählig sind. Die Entführung von Sidra, Thea, Antonia, Edwin, Joel und Frau Kubeth durch die italienische Bahn ist jedoch nicht erfolgreich und findet in Vassato ihr glückliches Ende, dort werden die Entführten von den italienischen Lehrern eingesammelt und nach Fabriano gebracht. Zum Glück bleibt diese unfreiwillige Verlängerung der Zugreise die einzige Aufregung unserer Anreise. Schließlich treffen alle wohlbehalten im Hotel 2000 in Fabriano ein.

Tag 2 – Willkommen an der ISS Merloni-Miliani

Nach einem süßen italienischen Frühstück geht es am ersten Tag zur Begrüßung an die Schule. An der ISS Merloni-Miliani werden wir von der Rektorin Manuela Morosin, Erasmus- Beauftragten Diletta Notari und vielen italienischen Schülerinnen und Schülern herzlich begrüßt. Bevor es mit dem Unterricht losgeht, gibt es eine Führung durch die Schule und einen Kurzvortrag zum italienischen Bildungssystem und Fabriano. Für den anschließenden Unterricht werden wir in zwei Gruppen getrennt.

Gruppe 1, die Chemiker, sollen mit dem Mini-Computer Arduino die Raumtemperatur und Luftfeuchtigkeit messen. Leider funktionieren von den vier deutschen Messstationen drei gar nicht und Messstation vier stellt mit rund 300 Grad und 4000% Luftfeuchtigkeit doch recht fragliche Werte fest. Im anschließenden Unterricht in analytischer Chemie lernen wir verschiedene chromatographische Verfahren kennen – glücklicherweise mit etwas realistischeren Ergebnissen.

Derweil besuchte Gruppe 2 den Unterricht Graphikdesign, dieser findet an niegelnagelneuen iMACs statt, hier zeichnen die graphisch begabten italienischen Schüler Tierpiktogramme. Anschließend geht es in den Biologieunterricht, nach einem kurzen Überblick zum derzeitigen Unterrichtsstand will die semimotivierte Klasse lieber mehr über uns, unsere Hobbys und unser Schulsystem wissen. Um 12:35 Uhr ist dann der erste Unterrichtstag erstmal zu Ende. Draußen fängt es an zu regnen, das Angebot, mit dem Auto zur Mensa zu fahren, schlagen Frau Kubeth und Frau Pfeil aus („we are not made of sugar“) und so werden wir auf dem Weg zur Mensa einmal ordentlich abgeduscht, kurzfristig sind die 4000% Luftfeuchtigkeit also durchaus realistisch. In der Mensa gibt es dann in unorthodoxer Reihenfolge erst Nudeln, dann Bohnen in Tomatensoße und Salat, vollkommen verwirrt essen einige Schüler zu wenig, weil sie auf weitere Gänge hoffen. Bis auf einen kurzen Spaziergang durch die Unesco-prämierte Altstadt Fabrianos steht für den heutigen Tag dann nichts mehr auf dem Programm und die Schüler sowie Lehrer werden frühzeitig in den Feierabend entlassen.